Sonntag, 26. August 2012

Eine Reise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Nach langem komme ich endlich wieder einmal dazu einen Blogeintrag zu schreiben.

Da der Alltag des Arbeitens hat leider dazu geführt, dass die letzten Tage nicht besonders abwechslungsreich waren, habe ich mir gestern gedacht, dass es höchste Zeit sei endlich einmal aus diesem Kreislauf auszubrechen und habe mir den Samstag für eine ausführliche Stadttour Zeit genommen. Da mir schon einige Orte empfohlen wurden, ich jedoch noch nicht die Zeit hatte diese zu besuchen, habe ich mir vor meinem Aufbruch kurz Gedanken darüber gemacht, welche Runde wohl am sinnvollsten wäre und habe mich dafür entschieden zu allererst zu einem bestimmten Tempel zu fahren. Nach einigen Schwierigkeiten mit der U-Bahn – ich fuhr zum ersten Mal irrtümlich in die falsche Richtung – kam ich dort an und verzehrte nach der langen Fahrt ein Stück Pizza. Nach kurzen Orientierungsschwierigkeiten fand ich auch dort, wie fast überall, ein riesiges Einkaufzentrum, welches ich nach eingehender Inspektion hinter mir ließ, um mir ein wenig die Umgebung anzuschauen. Es bestand leider nicht die Möglichkeit den Tempel von innen zu besichtigen und so setzte ich meine Reise fort und fuhr zu dem Hauptziel des Ausflugs: dem „alten“ Stadtzentrum Shanghais. Nach längerer Erkundung des Geländes fand ich schlussendlich auch ein traditionell chinesisches Tor, welches über der Straße errichtet war und das „alte“ chinesische Viertel ankündigte. Ich glaube zwar nicht, dass es wirklich alt ist, da sich alle Bauten in bestem Zustand befanden und im Gegenteil eher ganz neu aussahen. In Anbetracht der Tatsache, dass selbst Hochhäuser und Gebäude, welche in den letzten 10 Jahren entstanden sind, teilweise schon alt und halb verfallen ihr Dasein fristen, kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass die Chinesen um die Wichtigkeit der Restaurierungen in diesem Viertel wissen, da ich mir sicher bin, dass ansonsten nicht so viele Touristen dort wären. Kaum war man ein wenig in dieses Viertel hineingegangen, bot sich einem eine bizarre Mischung traditionell chinesischer Geschäfte und Gastronomiebetrieben, Ramschgeschäften und renommierten westlichen Betrieben welche sich dort zu Recht hohe Profite zu erhoffen schienen. Beispielsweise konnte ich in dem MC Donalds, welcher sich im ersten Untergeschoss befand, nicht mehr sagen, ob ich wirklich in Shanghai oder doch in Wien sei. Auch die Straßenverkäufer mit ihren „billigen“ ganz sicher „originalen“ Waren durften hier nicht fehlen und es war nicht immer leicht sie abzuschütteln. Auch hier fand ich ein großes internationales Kaufhaus mit H&M, Zara, Bershka und vielen anderen Geschäften. Schade ist nur, dass diese Geschäfte hier nicht billiger sind als bei uns. 
Der Tempel an der Nanjing Road

Zugangstor zum "alten" Viertel
Eine Einkaufsstraße
Neues altes Gebäude

International goes traditional

Hauptsache Gold :D

Internationales Einkaufszentrum
Ich traute dem ganzen Tanz jedoch nicht so ganz und wagte mich daher eine Straße weiter nach rechts, abseits der für Touristen aufbereiteten Wege. Hier fand ich, was ich mir ursprünglich erwartet hatte öfter zu sehen in China: verfallene alte Bauten, schmutzige Straßen, Geschäfte mit chinesischem Allerlei welche sichtlich Schwierigkeiten hatten Kunden anzulocken. Mir wurde hier bewusst wie oft Armut und Reichtum doch so nah beieinander liegen können und man dennoch davor die Augen verschließt. 
Abseits der Straße
Ich kehrte schlussendlich zurück auf die mit Menschen überfüllten Wege der Altstadt und entdeckte durch Zufall nach einiger Zeit die berühmte Zick-Zack-Brücke, welche sich, von Menschen überfüllt, über einen künstlich angelegten Teich erstreckte und zu einem Teehaus in der Mitte führte. Mein Weg führte mich weiter in einem Bogen dem Fluss zu, doch bis ich dort ankam sollte schon die Dämmerung übers Land gekommen sein. Ich kam durch einen kleineren Park wo ich kurz Rast machte, bevor ich mich auf den Bund von Shanghai begab. Das schwindende Licht des Tages bewirkte ein wunderschönes Lichtermeer zu beiden Seiten des Flusses, welches ich sogleich für einige Fotos ausnutzte. Trotz der vorgeschrittenen Stunde tummelten sich dort unzählige Menschen, welche die Kulisse genauso genossen wie ich. Lediglich die Polizei schien nicht besonders glücklich mit meinen Versuchen aus einer erhöhten Position von einem Steinvorsprung aus zu fotografieren und pfiff mich zurück – das Bild war dennoch das Risiko wert.
Zick-Zack-Brücke

Aussicht vom Park
Der Bund von Shanghai
Ich ging durch die mir nun schon bekannte Nanjing Road zurück zur U-Bahn welche mich nach diesem sehr interessanten Tag sicher wieder nach Hause brachte. Nachdem ich hier nun schon einiges gesehen habe, kann ich nur feststellen, dass ich mit jeder weiteren Besichtigung mehr davon überzeugt bin, dass ich in diesen 2 Monaten definitiv keinen Überblick über diese Stadt gewinnen werde, geschweige denn sie wirklich kennen werde. Ich denke jedoch, dass genau dies Shanghai einen gewissen Reiz gibt, welcher es für mich immer wieder interessant machen wird erneut hierher zu kommen. 

Hauptsache Internet

Abendliche Lichter

Abendliche Skyline

Mao Zedong in Stein gehauen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen